Geschichte

Unsere Entwicklung seit 1956

Gründung durch Erich Reustlen

Unser Gründer Erich Reustlen, damals Dozent und später Professor an der Hochschule für Musik Trossingen, hat der musikalischen Nachwuchsförderung im süddeutschen Raum entscheidenden Vorschub geleistet. Sein Engagement galt unter anderem dem von ihm in Reutlingen gegründeten Süddeutschen Jugendorchester. Erich Reustlen wollte den Instrumentalisten seines Ensembles schon in den 1950er Jahren das Spielen sinfonischer Werke, die sonst Berufsorchestern vorbehalten geblieben wären, ermöglichen. Vor allem für dieses Engagement erhielt er später das Bundesverdienstkreuz am Bande. 1968 wurde das junge Orchester Mitglied bei den Jeunesses Musicales Deutschland. Um auch Erwachsene als Mitglieder zu gewinnen und die Kontinuität im Ensemble zu gewährleisten, verzichtete Erich Reustlen auf eine Altersbegrenzung nach oben, was einen Namenswechsel notwendig machte: 1969 wurde aus dem Jugendsinfonieorchester die Junge Süddeutsche Philharmonie, die vier Jahre später auch als eingetragener Verein firmierte.
In diese Anfangszeit, die sich durch eine recht kontinuierliche Besetzung auszeichnete, fallen auch alle bisherigen Auslandsreisen des Orchesters, die vom Auswärtigen Amt gefördert wurden. Sie führten die Musiker zu Konzerten in die Türkei, nach Spanien, Frankreich und Italien.


Bernhard Kontarsky

Nach zwanzig Jahren erfolgreicher Tätigkeit gab Erich Reustlen 1976 die künstlerische Leitung des Orchesters an Bernhard Kontarsky ab. Kontarsky, später Professor an der Hochschule für Musik Frankfurt, leitete das Orchester bis 1982 und wagte den ersten Schritt zu großen Werken der Spätromantik und Moderne. Gemeinsam mit seiner Frau Elfriede Früh-Kontarsky, der ersten professionellen Konzertmeisterin der SPE, verbesserte er die technische und spielerische Qualität des Orchesters erheblich.


Bernhard Güller

Nach Kontarskys Berufung an die Frankfurter Musikhochschule leitete Bernhard Güller, später Chefdirigent der Nürnberger Sinfoniker, die Junge Süddeutsche Philharmonie von 1983 bis 1997. Er förderte das Orchester vor allem in klanglicher Hinsicht und führte französische, englische und amerikanische Musik sowie Werke des 20. Jahrhunderts ein. In dieser Zeit entstanden auch mehrere sehr gelungene CD-Veröffentlichungen der Jungen Süddeutschen Philharmonie.
In die Ära Güller fällt auch der aus organisatorischen Gründen notwendige Umzug des Vereinssitzes nach Esslingen im Jahr 1987 und die daraus resultierende Umbenennung in Junge Süddeutsche Philharmonie Esslingen (JSPE). Seit 1992 veranstaltet die JSPE außerdem jedes Jahr die „Sinfonische Akademie Baden-Württemberg“, hier wird zusammen mit Gastdozenten ein großes Sinfonieprogramm erarbeitet und anschließend mehrfach aufgeführt.


Andreas Kraft

Ab 1998 übertrug Bernhard Güller die Leitung des Orchesters – zunächst kommissarisch – Andreas Kraft, den die Orchestermitglieder zuvor schon als Dozent und Solist kennen gelernt hatten. Er ist heute Professor für Posaune an der Hochschule für Musik in Würzburg und bereits seit Jahrzehnten Soloposaunist im Sinfonieorchester des SWR. Er wurde 1999 vom Orchester zum künstlerischen Leiter gewählt. Andreas Kraft entwickelte das Orchesterrepertoire noch einmal um modernen Big-Band-Jazz und Filmmusik aus allen Epochen, vom Beginn des Tonfilms bis zur rasanten Zeichentrick-Musik.

Zahlreiche Konzerte der Jungen Süddeutschen Philharmonie Esslingen wurden vom Südwestrundfunk aufgezeichnet und auf CDs bei Sony Music, Aurophon und in der orchestereigenen Edition veröffentlicht. 1996 wurde dem Orchester der Esslinger Kulturpreis verliehen, 1998 erhielt es den Förderpreis der „Tegernseer Musiktage e.V.“. In die Bundesvereinigung Deutscher Liebhaberorchester wurde die JSPE 1997 aufgenommen.

2006 übernahm das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR (RSO) offiziell die Patenschaft für die JSPE. Diese Patenschaft war Teil des Projektes „tutti pro“ der Deutschen Orchestervereinigung und der Jeunesses Musicales Deutschland. Die Patenschaft wurde im Rahmen zweier gemeinsamer Konzerte beider Orchester 2006 und 2007 öffentlich besiegelt.

Die Treue vieler Mitspieler über Jahre und Jahrzehte führte schließlich 2019 dazu, dass sich der Verein in „Süddeutsche Philharmonie Esslingen“ umbenannte. Wir zeichnen uns unter dem neuen Namen weiterhin über eine hohe Diversität der Altersstruktur unserer Mitglieder aus, so dass sich in unseren Reihen von der talentierten Musikschülerin bis zum orchesterroutinierten Rentner, vom ambitionierten Amateur bis zur Berufsmusikerin alle Schattierungen von musikalischem Leben finden lassen. Wie manch anderes Orchester sind wir besonders stolz auf unser breites Altersspektrum und den verbindenden Charakter unserer Musik.